Wir, die Klasse 9.1 des Johanna-Geissmar-Gymnasiums, fuhren zusammen mit unseren Lehrern Konstantin Heil und Petra Schönmann nach Straßburg, um das Europäische Parlament zu besuchen. Schon früh am Morgen ging es los, und wir waren alle gespannt auf den Tag. Nach unserer Ankunft mussten wir zuerst durch eine Sicherheitskontrolle. Da wir etwas in Zeitnot durch den Stau auf der Autobahn waren, schafften wir es leider nicht, beim geplanten Frühstück dabei zu sein. Trotzdem freuten wir uns sehr, als es direkt in den großen Plenarsaal ging. Dort durften wir auf den Sitzen der Europaabgeordneten Platz nehmen. Es fühlte sich besonders an, an einem Ort zu sitzen, an dem wichtige Entscheidungen für Europa getroffen werden. Im Plenarsaal konnten wir aktiv mitmachen. Wir durften abstimmen und unsere Meinung zu verschiedenen Themen sagen. Alles wurde in Deutsch, Französisch und Englisch übersetzt, weil auch viele Schülerinnen und Schüler aus Frankreich dabei waren. Das fanden wir sehr beeindruckend. Zu Beginn begrüßte uns Roberta Metsola, die Präsidentin des Europäischen Parlaments. Später konnten wir Fabienne Keller, einer Abgeordneten des Parlaments und früheren Bürgermeisterin von Straßburg, Fragen stellen. Viele Fragen drehten sich um Umweltschutz, Gleichberechtigung und die Zukunft Europas. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns der Beitrag eines französischen Schülers, der erklärte, wie wichtig Demokratie sei, da unsere Länder früher Feinde waren und heute gemeinsam diskutieren. Anschließend kam der Europabeamte Stefan Krauss, der das Referat für Menschenrechte leitet, zu uns. Auch ihm durften wir erneut Fragen stellen. Er erzählte uns von seiner persönlichen Geschichte: Obwohl er Deutscher ist, nahm er als junger Mann an einem Austausch nach Frankreich teil. Besonders bewegend war, dass seine Austauscheltern aus derselben Stadt stammten wie er, ihre Familien jedoch im Konzentrationslager gewesen waren. Dieses Beispiel zeigte uns eindrucksvoll, wie wichtig Verständigung, Austausch und Versöhnung zwischen Ländern sind. Am Nachmittag nahmen wir an einem Workshop zu Demokratie und Menschenrechten teil. Dort wurde viel diskutiert, und wir merkten, dass politische Entscheidungen oft gar nicht so einfach sind. Nach dem Mittagessen durften wir dann selbst in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen. In einem Rollenspiel diskutierten wir über das Thema Rechtsstaatlichkeit und stimmten darüber ab. Der Besuch im Europäischen Parlament war für unsere Klasse ein besonderes Erlebnis. Wir haben viel gelernt und konnten Politik einmal ganz anders erleben als im Unterricht.
Ein Bericht von Lena Pindak und Kübra Bagatir